· 

Hamburg - Fotografie im Dunkeln

Fotografie ohne richtiges Stativ?

Ende August / Anfang September hatte ich mir fest vorgenommen regelmäßig zu fotografieren. In der Anfangszeit konnte man den Weg zur Arbeit noch wunderbar nutzen. Das Wetter in Hamburg zeigte sich von seiner besten Seite und auf dem Weg ging die Sonne hinter dem Horizont auf. Aus Sicht des Fotografen der ideale Zeitpunkt.

 

Doch Tag um Tag wurde es dunkler. Nach etwa drei Wochen der Freude über die Sonne, verabschiedete sich das Spätsommer Wetter. Somit waren die Lichtverhältnisse nicht mehr so einfach. Bis dato hatte ich im dunkeln und / oder mit längeren Belichtungszeiten nur wenig Erfahrungen. Der erste Gedanke: OK, Game over! Stativ nimmst du nie mit und stockfinster ist es auch noch.

Aufgehende Sonne mit Eisenbahn
Kurz nach Sonnenaufgang in Hamburg - Anfang September

Doch weit gefehlt! Die Motivation hielt an, da ich sowieso unterwegs war. Ich probierte zunächst wieder mit dem Smartphone aus, wie es wohl ist, in der Dunkelheit zu fotografieren. Ich hatte noch einen kleines Gorillapod-ähnliches Stativ, besorgte mir eine neue Halterung fürs Smartphone und legte los. Wider erwarten ergaben sich doch mehr und mehr Möglichkeiten. Man musste nur lernen zu schauen, wo und wie was wirkt.

 

Lerneffekte

Baum und Hund mit Beleuchtung
Der Hund, der einem in die Quere kam

Was ich bis jetzt gelernt habe:

  • der Gorillapod-Nachbau reicht gerade mal fürs Smartphone, selbst die Canon 750D + Kit ist zu schwer
  • ein Bohnensack / Bean Bag ist eine tolle Sache jedoch nicht uneingeschränkt nutzbar
  • Lichtstreifen von fahrenden Fahrzeugen sind schwieriger einzufangen als erwartet, da in der Regel die Autos ankommen, wenn die Belichtungszeit gerade rum ist
  • eine Taschenlampe kann ein hilfreiches Tool sein
  • man sollte nicht die Bewegungen der Motive unterschätzen; Blätter bewegen sich auch bei wenig Wind; Schiffe liegen nicht immer ruhig im Wasser
  • Hunde können einem ins Bild sch***en. Siehe Aufnahme

Wohin geht die Reise in Sachen Stativ?

Seit einiger Zeit plagt mich nun die Frage welches Stativ ich nun kaufen könnte. Der Beanbag ist zwar ganz nett und gut verstaubar, hat jedoch seine Grenzen:

 

  • bei Nässe nimmt mein Bohnensack die Feuchtigkeit auf wie ein Schwamm
  • ich werde schwer nervös, wenn die Beanbag / Kamera Kombi nur auf einem schmalen Geländer liegt
  • Aufnahmen sind im Hochformat anspruchsvoller bis nicht möglich.
  • die Bohnen können doch noch nachgeben und zu Verwacklungen führen
Maritimes Museum und mit Taschenlampe beleuchtete Blumen
Maritimes Museum und mit Taschenlampe beleuchtete Blumen

 

Welche Möglichkeiten habe ich nun, wenn es klein und handlich und noch in den normalen Rucksack passen soll:

  • GorillaPod Focus - mit bis zu 5 kg Tragkraft, geeignet für die große DSLR, großer Nachteil ist die Bodennähe, wenn kein Podest Geländer in der Nähe ist, Vorteil der GorillaPod sollte an jedem Geländer / Laternenpfahl fest genug gemacht werden können
  • Novoflex BasicBall - Tragkraft bis zu 25 kg - ohne Worte, Tragkraft Top - Wieder die Bodennähe und die fehlende Möglichkeit Geländer zu nutzen, dafür mit dem Vorteil noch besser verstaut werden zu können
  • Bohnsack/Beanbag - es gibt diese mit Schlaufen und Magneten usw. und wären auf jeden Fall leichter als mein derzeitiger Eigenbau, aber wieder auf Hilfsmittel in Bodennähe angewiesen
  • klassisches Stativ - hier ist preislich die Richterskala weit offen und geht in der gehobenen Klasse bei Gitzo um die 700 EUR los. Ohne Zweifel, danach brauch ich bis zum Lebensende vermutlich kein Stativ mehr kaufen. Es sei denn, ich lasse es wieder in der Bahn liegen. Ja, es gibt noch weitere Anbieter wie man auf der verlinkten Seite Stativfreak gut sehen kann. Bei meiner Anforderung: Packmaß bis 40cm inkl. Kopf, keine Drehverschlüsse und maximal 1,5 kg wird es echt übersichtlich auf dem Markt. Am ehesten gefällt mir derzeit das TrioPod mit kompakten 5-segmentigen Carbonbeinen. Wahrscheinlicher ist jedoch das Rollei Compact Traveller Stativ aufgrund der zahlreichen Tests und des Preises. Meine Befürchtung dabei: Ich kaufe zweimal. 

Bis ich die 100%ige Lösung gefunden habe, versuche ich mich halt weiter mit dem Beanbag oder nehme doch mal mein schweres, aber stabiles, Manfrotto mit. Training ist alles. Auch beim Gewicht. Vielleicht gewöhne ich mich doch noch dran. :-)

Galerie

Was man mit Stativen / Bags so machen kann, zeige ich in der Galerie hier. Die Aufnahmen sind ein Mix aus Aufnahmen mit Smartphone, Einstiegs-DSLR und alter Dame, der Canon 5D Mark II.


Kommentar schreiben

Kommentare: 0
Jens Anton Logo Photography

Hier schreibe und zeige ich Bilder und veröffentliche meine Erfahrungsberichte zu verschiedenen Themen. Im engeren und / oder weiteren Sinne haben diese mit der Fotografie zu tun. 

Weitere Aktivitäten online bei: